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Tageszentrum in Rusciori

 

Als vor 25 Jahren Hermine Jinga-Roth in Rusciori den Kinderbauernhof eröffnete, ahnte noch niemand, dass sich dieses Zentrum zu einem richtungsweisenden Projekt für Roma in der Region entwickeln würde. Die jährlich im Sommer ankommende Kinderschar bestand aus rumänischen Kindern aus Großstädten und nicht aus Roma, die zu dieser Zeit bei den Aktivitäten nur über den Zaun zuschauen konnten. Doch die katastrophalen Umstände im Dorf veranlassten Hermine dazu, den Kinderbauernhof letztlich zu dem zu machen, was er heute unter anderem Namen ist: Eine Bildungseinrichtung für Roma-Kinder mit dem Ziel, die Situation im Dorf nachhaltig zu verbessern. Gegen großen Widerstand der rumänischen Bevölkerung und gegen viele Erschwernisse setzte sie sich erfolgreich für die Integration der Roma ein.

Inmitten von Rusciori neben der Kirche gelegen hat sich der Kinderbauernhof nun als eine der wichtigsten Institutionen im Dorf etabliert. Von einem weitläufigen Garten umgeben bietet das Tageszentrum ein wunderbares Ensemble zum Spielen, Lernen und Spaß haben. Fußballplatz, Spielplatz, das alte Schulgebäude und das alte Pfarrhaus machen den Kinderbauernhof zu einem einzigartigen Ort für die Kinder und für das täglich angebotene Nachmittagsprogramm nach der Schule. Jeden Tag wenn die Schule vorbei ist, wird dies natürlich von der ins Zentrum strömenden Schar von etwa dreißig Kindern intensiv genutzt.

Die alte Schule beherbergt eine Vielzahl unserer Aktivitäten.
Im Garten ist genügend Platz zum Spielen und Sport machen.

Lena (10) schreibt: "Ich komme gerne ins Tageszentrum. Am meisten gefallen mir die Sozialspiele und die Hausaufgabenbetreuung. Ich freue mich sehr, dass ich in der dritten Klasse bin und noch ein Jahr ins Zentrum kommen kann."

Im Rahmen des Nachmittagsprogrammes bietet der Kinderbauernhof eine Vielzahl verschiedener Aktivitäten und Kurse. Grundbestandteil ist das warme Mittagessen, welches im Dorf nicht selbstverständlich ist, und die Hausaufgabenbetreuung. Darüber hinaus sind natürlich viele spielerische, sportliche, weiterbildende und kreative Angebote im Programm verankert. Die häufigen Gruppenspiele führen manchmal zu regelrechten Wettstreiten des gesamten Tageszentrums, in Bastelstunden werden zu Ostern Grußkarten gebastelt oder die Wände der Schule bemalt und im Sprachkurs lernen die Kinder in spielerischer Weise ihre ersten Grundbausteine der deutschen und englischen Sprache. Jede Generation an freiwilligen Helfern bringt sich darüber hinaus nach mit den eigenen Fähigkeiten in das Programm ein und sorgt somit für große Abwechslung.

Regelmäßig erhalten die Kinder psychologische Betreuung und Unterstützung bei medizinischen und administrativen Bedarfen. Darüber hinaus pflegen wir einen guten Kontakt zur Dorfbevölkerung und zur Grundschule und können diesen bei Feiern, Theaterstücken und Tanz-Vorführungen unsere Arbeit präsentieren. Bei besserer Finanzlage planen wir einen Ausbau des Projektes mit dem Ziel, sowohl mehr die vorschulische Erziehung zu fördern als auch die Kinder nach der Grundschule weiterhin zu begleiten.

© Max Gaber 2016